Sonntag, 18.11.2018 10:05 Uhr

Positive Arbeitsmarktzahlen in der EU

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 15.02.2018, 09:02 Uhr
Presse-Ressort von: Gerhard Rippert, Brüssel (BEL)-Bamberg (DEU) Bericht 6975x gelesen

Brüssel [ENA] Dank eines robusten Wirtschaftswachstums stieg in der Europäischen Union die Beschäftigungsquote im dritten Quartal 2017 erneut stärker als erwartet, und gleichzeitig gingen die Arbeitslosenzahlen zurück. So stellt die EU-Kommission in ihrem jüngsten Quartalsbericht zur Beschäftigung und sozialen Lage in Europa eine erfreulich stetige Verbesserung der Arbeitsmarktzahlen fest.

Vor diesem Hintergrund sagt Marianne Thyssen, Kommissarin für u.a. Beschäftigung und Soziales: „Das Wachstum ist nach Europa zurückgekehrt. Mit mehr als 236 Millionen Menschen in Arbeit hat die Beschäftigung in der EU einen Rekordstand erreicht. Und die Arbeitslosigkeit nimmt kontinuierlich ab". Diese positive Dynamik solle nun genutzt werden, um die neuen, konkreten Rechte für EU-Bürgerinnen/-Bürger zu verwirklichen. Die Kommissarin bezieht sich dabei auf die sogenannte "europäische Säule der sozialen Rechte", und zwar im Einzelnen: faire Arbeitsbedingungen, ein gleichberechtigter Zugang zum Arbeitsmarkt und ein angemessener Sozialschutz.

Positive Beschäftigungstendenz

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Beschäftigungsquote in der EU um 1,7 %. Dies entspricht 4 Millionen zusätzlichen Beschäftigten, davon 2,7 Millionen im Euro-Währungsgebiet. Gerade unbefristete und Vollzeitarbeitsplätze haben wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen. So nahm zwischen dem dritten Quartal 2016 und dem dritten Quartal 2017 die Zahl der unbefristeten Arbeitsverträge um 2,8 Millionen zu. Dieser Anstieg ist dreimal höher als der bei den befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Die Zahl der Beschäftigten in Vollzeit nimmt um rund 3 Millionen auf 181 Millionen zu, dagegen ein deutlich geringerer Zuwachs bei den Teilzeitbeschäftigten bei nun 42,7 Millionen.

Die Beschäftigungsquote der 20- bis 64-Jährigen in der EU ist in den letzten drei Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichte im dritten Quartal 2017 den Rekordwert von 72,3 %. Allerdings bestehen nach wie vor große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten, so etwa die nationale Beschäftigungsquote von 58 % in Griechenland und 82 % in Schweden. Dafür nähert sich in der gesamten EU die Arbeitslosenquote wieder ihrem Vorkrisenstand. Denn im Dezember 2017 waren 8,6 Millionen weniger Personen arbeitslos gegenüber dem Höchststand vom April 2013. Zudem wurde mit weniger als 18 Millionen Arbeitslosen nun der niedrigste Stand seit November 2008 erreicht.

Weitere Positiv-Indikatoren

Auch andere Arbeitsmarktzahlen des Quartalsberichts beschreiben die kontinuierliche Aufwärtsbewegung in der EU-Wirtschaft. So hat sich die Arbeitsproduktivität in der EU gegenüber dem dritten Quartal 2016 um insgesamt 0,8 % verbessert. Gleiches gilt für die finanzielle Situation der Haushalte in der EU, deren Verbesserung um rund 1,5 % im Jahresvergleich in erster Linie auf einen Anstieg der Arbeitseinkommen zurückzuführen ist. Der Einkommenszuwachs war zwischen dem ersten Halbjahr 2016 und dem ersten Halbjahr 2017 in fast allen Mitgliedstaaten zu beobachten. Dennoch liegt in mehreren Ländern das verfügbare Bruttoeinkommen der Haushalte nach wie vor unter dem Niveau von 2008.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften geht mit einem Mangel an Arbeitskräften einher. Die Quote der offenen Stellen betrug im dritten Quartal 2017 EU-weit 2 %, dabei höher im Dienstleistungssektor als in der Industrie und im Baugewerbe. Der Arbeitskräftemangel hat zugenommen, dem gegenüber ist die Zahl der Einstellungen gestiegen, nämlich um 3,7 % in einem Jahr bis zum zweiten Quartal 2017. Die Trennungsquoten, d.h. der Anteil der Beschäftigten, die ihre Stelle verloren oder aufgegeben haben, sind weit unter den Vorkrisenstand gesunken. Dagegen hat sich die Stellenfindungsquote, also der Indikator für erfolgreiche Suche eines Arbeitsplatzes, in den letzten Quartalen immer rascher erholt und nähert sich dem Stand vor der Krise.

Hinweis: Der Quartalsbericht zur Beschäftigung und sozialen Lage in Europa gibt einen Überblick über jüngste Entwicklungen im Sozialbereich und auf den Arbeitsmärkten in der EU. Untersucht werden kurzfristige Veränderungen des BIP und Beschäftigungstrends. Der Artikel stützt sich auf Zahlen des Quartalsberichts vom Februar 2018.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.