Dienstag, 15.10.2019 02:35 Uhr

Fair Trade Pakt - Nachhaltige Beschaffung in den Kommunen

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Bamberg, 06.10.2019, 13:07 Uhr
Presse-Ressort von: Gerhard Rippert, Brüssel (BEL)-Bamberg (DEU) Bericht 1534x gelesen
Erster Fair Trade Gipfel in Bamberg
Erster Fair Trade Gipfel in Bamberg  Bild: Jürgen Schabel - Pressebild der Stadt Bamberg

Bamberg [ENA] Beim 1. Fair Trade Gipfel der Europäischen Metropolregion Nürnberg in Bamberg unterzeichneten 37 Kommunen den Pakt zur nachhaltigen Beschaffung. Mit dieser Bekräftigung bereits bestehender Engagements sollen neue Wege und Lösungen für nachhaltiges Handeln in der Metropolregion entwickelt werden.

Andreas Starke, Ratsvorsitzender der Metropolregion und als Oberbürgermeister der Stadt Bamberg Gastgeber des Gipfels: „37 Kommunen richten ihre Beschaffung verstärkt nach Nachhaltigkeitskriterien aus – das ist ein starkes politisches Zeichen aus der Region. Für den Ausbau des Fair Trade Engagements freuen wir uns auch über die Unterstützung des Bundes. Gelebte Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“.

Andreas Starke fügte hinzu, dass der FairTrade-Gedanke im kommunalen Handeln zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Entwicklungsländern beiträgt. Bereits neun Schulen der Weltkulturerbestadt sowie ihre Universität ist das Prädikat "fairtrade" zugeordnet. Darüber hinaus hat die Stadt Bamberg pensionierte Mitarbeiter nach Agadir / Marokko entsandt, die dort mit ihrem Fachwissen z.B. Entwässerungs- und andere Infrastrukturprojekte voranbringen. Ein anderes Beispiel für nachhaltige Maßnahmen ist die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Selbstverständlichkeit bedarf es bei allem kommunalen Engagement für Nachhaltigkeit auch die Offenheit und Bereitschaft des Personals in der Verwaltung, initiierte Projekte umzusetzen.

Fairer Handel und Globale Nachhaltigkeit

In ihren Vorträgen hoben Gunther Beger vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Dr. Stefan Wilhelmy als Experte für kommunale Entwicklungspolitik die Bedeutung des Paktes für nachhaltige Bedeutung hervor. Die Beschaffungspolitik öffentlicher Einrichtungen umfasst bundesweit 350 Milliarden Euro. Darin stellt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien eine große ökonomische Aufgabe dar. Die Ziele des Fair Trade und der Globalen Nachhaltigkeit sind nur mit den Kommunen erreichbar und selbstverständlich müssen dabei auch die Konsumenten ihren Beitrag leisten.

In seiner Videobotschaft nach Bamberg sieht Thorsten Glauber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, im 1. Fair Trade Gipfel eine Sensibilisierung der Bürger und der Entscheider für Fairen Handel und nachhaltige Beschaffung. Denn nicht nur Verbraucher sind gefordert, sondern die Kommunen können darauf hinwirken, dass Produkte unter umwelt- und sozialverträglichen Standards produziert werden. Oberbürgermeister Thomas Thumann von Neumarkt i.d.OPf, Deutschlands „Hauptstadt des Fairen Handels 2019“, erklärt den Fair Trade Pakt als intensive Zusammenarbeit der Kommunen mit entsprechender Verankerung in der Verwaltung sowie einem Netzwerk der Partner in der Region.

Pakt zur nachhaltigen Beschaffung

Laut Pressemitteilung beschaffen bislang nur 28 Prozent der Kommunen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg faire Produkte unter dem Aspekt der Sozial- und Umweltstandards. Das wollen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Paktes zur nachhaltigen Beschaffung ändern. Mit ihrer Unterschrift erklären sie sich bereit, Stadt-, Gemeinderats- und Kreistagsbeschlüsse sowie verbindliche Beschaffungsleitlinien für nachhaltige Produkte zu prüfen. Zudem ist festgelegt, dass 2020 acht Millionen Euro in die Beschaffung fairer Produkte fließen sollen.

TeilnehmerInnen am First Trade Gipfel in Bamberg - Pressebild: Jürgen Schabel

Dem Pakt zur nachhaltigen Beschaffung stimmten am 1. First Trade Gipfel 37 Kommunen aus der Metropolregion Nürnberg zu - von kleinen Gemeinden bis hin zu großen Städten und Landkreisen - und weitere Kommunen sind eingeladen, den Pakt zu unterzeichnen. Denn „Durch den Pakt fangen wir an, uns noch intensiver mit dem Thema nachhaltige Beschaffung auseinanderzusetzen und profitieren von der Expertise, die es bereits in der Region gibt. Über den Gipfel erhoffen wir uns praktische Tipps und weitere Informationen“, sagt Ilse Dölle, Bürgermeisterin vom Markt Eckental.

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