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EU bereitet Reduzierung der CO2-Emissionen bei LKWs vor

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 27.12.2018, 09:32 Uhr
Presse-Ressort von: Gerhard Rippert, Brüssel (BEL)-Bamberg (DEU) Bericht 4069x gelesen
LKW Verkehr
LKW Verkehr  Bild: pixabay - CC0 Creative Commons

Brüssel [ENA] Die Europäische Union nimmt CO2-Reduktionsziele für schwere Nutzfahrzeuge ins Visier. Nach einem Vorschlag der EU-Kommission hat nun der Ministerrat unter der Präsidentschaft Österreichs seine Position festgelegt, um damit Verhandlungen mit dem EU-Parlament aufzunehmen.

Der Rat hält das Gesamtziel für die Verringerung der CO2-Emissionen für die EU-Flotte neuer schwerer Nutzfahrzeuge ab 2025 aufrecht. Im Vergleich zu den Emissionswerten von 2019 liegt die Reduktions-Quote bei 15%, so wie von der Europäischen Kommission vorgeschlagen. Ab 2030 soll ein verbindliches Verringerungsziel von 30% eingeführt werden, sofern nach einer Überprüfung der geplanten Verordnung im Jahr 2022 nichts anderes beschlossen wird. Für Hersteller, die die CO2-Reduktionsziele nicht einhalten, ist eine finanzielle Sanktion in Form einer Abgabe auf die Emissionsüberschreitung vorgesehen.

Anreizsystem für den Bau emissionsarmer LKW

Geplant ist ein Anreizsystem, so genannte Super-Credits. Dabei fließen in die Berechnung der spezifischen CO2-Emissionen eines Lkw-Herstellers emissions-arme oder gar emissions-freie Fahrzeuge mit einem Mehrfachfaktor ein. Um einer Abschwächung der Umweltziele der Verordnung zu begegnen, gelten für die Super-Credits vordefinierte Obergrenzen. Anders als von der EU-Kommission vorgeschlagen, hat der Rat beschlossen, Omnibusse von diesem Anreizsystem auszuschließen. Jedoch wird auf jeden Fall mit spezifischen Maßnahmen sichergestellt, dass belastbare und repräsentative Daten der Hersteller zu den CO2-Emissionen und dem Kraftstoffverbrauch der von ihnen gebauten Nutzfahrzeuge zur Verfügung stehen.

CO2-Reduktionsziele für schwere Nutzfahrzeuge

Die CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen, einschließlich Lastkraftwagen, Bussen und Reisebussen, machen etwa 6% der gesamten CO2-Emissionen in der EU und etwa 25% der gesamten CO2-Emissionen des Straßenverkehrs aus. Bislang legt das EU-Recht noch keine Anforderungen an die CO2-Reduktion für solche Fahrzeuge fest. Deshalb hat die EU-Kommission im Mai 2018 einen Vorschlag eingebracht, mit den zukünftig verbindliche Normen für CO2-Emissionen neuer schwerer Nutzfahrzeuge gelten sollen. Die EU sieht darin einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs wie ebenso zu den Zielen, die im Rahmen des Pariser Abkommens vereinbart wurden.

Mit den im EU-Ministerrat vereinbarten Regeln wird erwartet, dass EU-weit die CO2-Emissionen zwischen 2020 und 2030 um 54 Millionen Tonnen reduziert werden. Diese Menge entspricht in etwa dem gesamten jährlichen CO2-Ausstoß Schwedens.

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