Mittwoch, 22.11.2017 23:21 Uhr

2016 - EU beschlagnahmt 41 Millionen Fake-Produkte

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Brüssel, 24.07.2017, 13:16 Uhr
Presse-Ressort von: Gerhard Rippert, Brüssel (BEL)-Bamberg (DEU) Bericht 5665x gelesen
Fake-Produkte
Fake-Produkte  Bild: G. Rippert

Brüssel [ENA] Laut den jüngst veröffentlichten Zahlen der Europäischen Kommission haben die europäischen Zollbehörden im Jahr 2016 mehr als 41 Millionen nachgeahmte und gefälschte Waren an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt. Der Gesamtwert der vom Zoll aufgespürten Fake-Produkte beträgt über 670 Millionen EUR.

Produkte des täglichen Gebrauchs, die eine Gefahr für Gesundheit und Sicherheit darstellen könnten, etwa Lebensmittel und Getränke, Arzneimittel, Spielzeug und elektrische Haushaltsgeräte, machten zusammen über ein Drittel der beschlagnahmten Waren aus. Zu Recht stellt also der u.a. für Steuern und Zoll zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici fest: "Zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung ist es unerlässlich, dass wir die Rechte des geistigen Eigentums in hohem Maße schützen. Warenfälschungen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU dar und fügen auch der legalen Wirtschaft und den Staatseinnahmen Schaden zu."

Moscovici betont, dass die EU ganz besonders von der illegalen Einfuhr gefälschter Waren betroffen ist. Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Bericht für das Jahr 2016 zeigt auf, dass Ganz oben auf der Liste der gefälschten Waren Zigaretten (24 %) stehen, gefolgt von Spielzeug (17 %), Lebensmitteln (13 %) und Verpackungsmaterial (12 %). Die Zahl der sichergestellten Waren stieg im Vergleich zum Jahr 2015 um 2 %.

Wie in vergangenen Jahren war erneut China das Hauptursprungsland nachgeahmter Produkte, nämlich 2016 mit 80 % aller beschlagnahmten Waren. Aus Vietnam und Pakistan kamen erhebliche Mengen an Zigaretten, während im Berichtszeitraum Singapur das Hauptursprungsland für nachgeahmte alkoholische Getränke ist. Bei Fälschungen von Bekleidungszubehör war die Islamische Republik Iran Spitzenreiter. Gefälschte Mobiltelefone kamen in erster Linie aus Hongkong und die Liste der Arzneimittelfälschungen wird von Indien angeführt. In mehr als 90 % der Fälle wurden die sichergestellten Waren vernichtet oder es wurden Gerichtsverfahren eingeleitet, um eine Rechtsverletzung festzustellen bzw. strafrechtliche Sanktionen zu verhängen.

Der Bericht der EU-Kommission über Zollmaßnahmen zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums wird seit dem Jahr 2000 jährlich veröffentlicht und stützt sich auf Daten, die der Kommission von den Zollverwaltungen der Mitgliedstaaten übermittelt werden. Das Datenmaterial ermöglicht auch die Erfassung der von Fälschern am häufigsten genutzten Handelsrouten.

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