Mittwoch, 18.09.2019 10:13 Uhr

AIACE - Wien, Hietzing, Heuriger

Verantwortlicher Autor: Gerhard Rippert Wien, 01.09.2019, 15:54 Uhr
Presse-Ressort von: Gerhard Rippert, Brüssel (BEL)-Bamberg (DEU) Bericht 3347x gelesen
Hofburg in Wien - Innenhof
Hofburg in Wien - Innenhof  Bild: Gerhard Rippert

Wien [ENA] Zu ihrer Jahrestagung 2019 hatte die deutsche Sektion der internationalen Vereinigung der ehemaligen EU-Bediensteten AIACE ihre Mitglieder nach Wien eingeladen. Aus gleichem Anlass reisten die Kollegen der österreichischen Sektion ebenfalls zum Tagungsort nach Hietzing an.

Viele der EU-Pensionäre kennen sich freilich noch aus ihrem aktiven Berufsleben oder auch von den jährlich stattfindenden Jahrestagungen ihrer AIACE-Sektion und natürlich kamen andere Ruheständler neu hinzu. Ein willkommenes Treffen und Wiedersehen, da viele EU-Bedienstete mit ihrem oft jahrzehntelangen Aufenthalt in Belgien, Luxemburg oder im anderen Ausland sich nach dem Abschied vom Arbeitsleben wieder ganz individuell in ihrem Herkunftsland niederlassen.

Generalversammlung und Verwaltung

Die Mitgliederversammlung der deutschen und österreichischen AIACE-Sektion fand jeweils getrennt entsprechend ihrer Satzung statt. Wohl nichts Ungewöhnliches: Berichte des Präsidenten, des Schatzmeisters und der Rechnungsprüfer, ihre Entlastung und ebenso die Aussprache über diverse Veränderungen in der Sektion. AIACE-DE beschloss eine wohl angemessene Erhöhung ihres Jahresbeitrags. Darüber hinaus wurden diverse Aktionen für die kommenden Monate angesprochen sowie auf die Neuwahlen des Vorstandes bei der nächsten Jahrestagung in 2020 hingewiesen. Breiten Raum nahm eine Veranstaltung der deutschen und österreichischen Pensionäre mit kompetenten Vertretern ihrer Kranken- und Pflegekasse, die verpflichtend für alle EU-Bedienstete ist, ein.

Themen-Nachmittag zur Politikorganisation der EU

Christian Falkowski, als Botschafter a.D. überwiegend im Bereich Außenbeziehungen der Europäischen Kommission tätig, stellte in seinem Vortrag den Multilateralismus als Grundlage globaler Politikgestaltung vor. Er beklagt die wieder erstarkte, traditionelle Machtpolitik nationaler Interessen, mit der es kaum gelingen wird, die globalen Herausforderungen friedlich zu meistern. Falkowski sieht im Multilateralismus die Verpflichtung mit internationalen Institutionen zusammen zu arbeiten. Damit ist auch das Bekenntnis zu gemeinsamen Normen und Regeln verbunden. Denn eine wirksame und effektive internationale Politik kann nur mit Koordination und Kooperation erfolgreich gestaltet werden.

Die Politikwissenschaftlerin Verena Ringler ist "fest davon überzeugt, dass Europa seine Zukunft noch vor sich hat". Sie sieht die Stärken der EU insbesondere in ihrem Status als Rechtsgemeinschaft, anders als etwa NATO und UN. Die Europäische Union verfügt zudem über die erforderlichen Finanzmittel zur Sicherung des Rechtsstaats und der Demokratie. Eine Vielzahl bedeutender Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie starke Zivilgesellschaften in vielen Ländern gibt der EU die notwendige Intelligenz und Macht, globale Normen und Standards durchzusetzen. Verena Ringler selbst ist schon längst in Europa engagiert, baute bereits ein ambitioniertes Europaprogramm auf und entwickelt nun innovative Projekte für ein gemeinsames Europa.

Traditionell zeichnet AIACE-DE ein Jugendprojekt, das den Europagedanken hervorragend vertritt, mit einer Spende aus. Gerne hat die österreichische Sektion diese Prämierung aufgestockt, die in diesem Jahr an das Wiener Gymnasium GRG 21 ging. Die Schule ist bereits seit den 90er Jahren "europa-aktiv" und in ihrem Engagement für Europa längst Teil eines europäischen Netzwerkes geworden. Selbstverständlich gehören dazu Schul-Fahrten nach Brüssel und Straßburg, ERASMUS-Projekte und eigene Europa-Klassen mit verstärktem Fremdsprachenunterricht sowie Veranstaltungen zum Europatag am 9. Mai. Durch eine spezielle Zertifizierung wurde das GRG21 inzwischen zur „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“ ernannt.

Wien rundum

Zu der intensiven Arbeitstagung im Parkhotel Schönbrunn / Hietzing wurde den EU-Ruheständlern mit ihren Begleitpersonen ein anspruchsvolles Rahmenprogramm geboten. So etwa eine ganz ausgezeichnete Führung von der Albertina zur Hofburg, Pestsäule, Kaisergruft mit einer ganzen Reihe spannender Hintergrundgeschichten, insbesondere zu den Habsburgern. Ein Empfang im Wiener Rathaus zeigte die traditionelle Verbundenheit der Stadt und des EU-Mitgliedslands Österreich mit Europa. Im Kunsthistorischen Museum erfuhr man hochinteressante Details zu ausgewählten Objekten, etwa zu filigraner Kunstarbeit an Kristallglas, Elfenbein oder Gold und zu bedeutenden Werken von Rubens und Bruegel.

An der Albertina
zur Hofburg
Wiener Rathaus - Innenhof

Den Abschluss der dreitägigen Veranstaltung der deutschen und österreichischen AIACE-Sektionen bildete ein geselliger Abend beim Heurigen. Nach längerer Busfahrt durch Wiens Feierabend-Verkehr hatte man vom Kahlenberg einen gewissen Überblick über die Stadt an der Donau. Danach folgte ein vergnügliches Beisammensein mit Wein und Büffet, begleitet von Musik und guter Laune, dazu ganz in der Nähe das Beethovenhaus. Das allseitige Lob für diesen angenehmen Sommerabend beim Heurigen enthielt sicher auch die Anerkennung für die gelungene Organisation der gesamten Jahrestagung.

AIACE Tagung
Kunsthistorisches Museum Wien
beim Heurigen
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