Adonis erhält Goethe-Preis 2011
Frankfurt/Main [PIA Frankfurt/Main] Adonis erhält am 28. August 2011 den Goethe-Preis des Jahres 2011 der Stadt Frankfurt am Main. Erstmals wurde ein Dichter aus der arabischen Welt ausgezeichnet. Die Jury zur Vergabe des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt hat am Freitag den Preisträger für das Jahr 2011 gekürt. Die Jury hat sich für Adonis, den bedeutendsten arabischen Dichter unserer Zeit, entschieden.
"So wie Goethe in dem West-Östlichen Divan persische und ara-bische Dichtung bei uns heimisch machte, so hat Adonis die Errun-genschaften der europäischen Moderne in den arabischen Kulturkreis getragen, mit größter Wirkung", heißt es in der Jurybegründung. Adonis wurde am 1. Januar 1930 in Nordsyrien geboren. Nachdem er wegen politischer Aktivitäten für mehrere Monate inhaftiert ge-wesen war, zog er 1956 nach Beirut, wo er als Wissenschaftler, Journalist und Literaturkritiker arbeitete. Er gründete die Zeitschrift "Shir", die eine Brücke zwischen der arabischen Welt und der Lyrik der Moderne darstellte. Aus Sicherheitsgründen verließ Adonis 1986 Beirut. Seitdem lebt er als freier Schriftsteller in Paris im Exil.
Seine Gedichte, die die arabische Tradition mit der literarischen Moderne verbinden, sind als deutsche Fassung in mehreren Bänden im Amman Verlag erschienen. Das bedeutende essayistische Werk publiziert der Oberbaumverlag. Adonis wird mit dem Goethe-Preis 2011 "für seine eminente dichte-rische Begabung, für seinen Kosmopolitismus und für seinen Beitrag zur Weltliteratur ausgezeichnet. Ein Sohn des Mittelmeeres, ein leidenschaftlicher Rebell gegen die geistige Erstarrung der ara-bischen Kultur, fordern seine Dichtungen und seine Essays nicht die formale Tradition der arabischen Lyrik, sondern auch jede geistige und religiöse Orthodoxie heraus."
Der Preis wird alle drei Jahre am Geburtstag Goethes, dem 28. August, in der Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, "die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist". Er ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Jury setzt sich in diesem Jahr neben den ständigen Mitgliedern (der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, der Stadtverordneten-vorsteherin, dem Kulturdezernenten, der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, dem Präsidenten der Goethe-Universität und der Direktorin des Freien Deutschen Hochstiftes) aus den Fach-juroren Barbara Klemm, Ulrich Peltzer und Prof. Dr. Joachim Sartorius zusammen.




















































